Neckargemünd 29.5.2026
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Seidel, sehr geehrte Stadträte,
obwohl der VRRN ganz klar den Lammerskopf und damit auch den Felsenberg von der Windkraftnutzung ausgeschlossen hat, ignorieren Sie dessen schwerwiegende Kriterien und halten dennoch an dem Vorhaben fest, um der möglichen Pachteinnahmen der Stadt willen aus einem Naturschutzgebiet ein gesundheitsschädigendes, naturzerstörendes Industriegebiet zu machen und den Wohnwert von Neckargemünd zu zerstören. Anders können wir den Aufruf zu einer Bürgerabstimmung nicht interpretieren.
Werden Sie die Bürger vor der kommenden Abstimmung ehrlich über die Fakten informieren oder folgen Sie den Windkraft-Profiteuren, die sich in die Parlamente und Regierungen ausgebreitet haben, die seit Jahren uns Bürger über steigende Energiepreise und wachsende steuerfinanzierte Subventionen plündern?
Wertminderung der Wohnimmobilien
Es ist bekannt, dass Immobilien in der Nähe von Windkraftanlagen drastisch an Wert verlieren. Wer will sich dieser permanenten optischen und akustischen Störung schon freiwillig aussetzen? Die avisierte Anlage auf dem Felsenberg, die rund 1,5 mal so hoch ist wie der Kölner Dom, ist vom größten Teil des Stadtgebiets aus sichtbar und hörbar. Die zu erwartende Wertminderung, insbesondere in Kleingemünd, in der Weststadt, am Kastanienberg, im Wiesenbacher Tal und am westlichen Hollmuthhang übersteigt bei weitem die fraglichen Einnahmen der Stadt aus dem Windkraftprojekt.
Gesundheitsschädigung der Bürger
Nach neuen Studien, u.a. der Universität Mainz, gibt es erhebliche gesundheitliche Auswirkungen durch den Schall und Infraschall von großen Windkraftanlagen1. Kommunen mit Ausbau der Windenergie zeigen nachweislich eine signifikant erhöhte Inzidenz von Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen.
Die Wirkungsmechanismen auf den Organismus sind mittlerweile gut erforscht. Diese Risiken steigen mit der Größe der Anlagen und mit deren Nähe rapide an.
Vom Felsenberg sind es 400m bis Kleingemünd, 600m bis zur Weststadt. In BaWü ist ein Mindestabstand von 700m zu einem Wohngebiet vorgeschrieben. Der VRRN hat aufgrund der Größe der Anlage einen Vorsorgeabstand von mindestens 900m festgelegt.
Fragwürdige Pachteinnahmen für die Stadt
Sie spekulieren auf die Pachteinnahmen für die Stadt, blenden aber die Risiken aus.
Wollen Sie den Bürgern wirklich die Risiken dieser Investition zumuten:
- Massives wirtschaftliches Risiko durch zunehmende negative Strompreise,
- weitere Verschärfungen durch die kommend EEG-Reform, insbesondere Reduktion von Subventionen und Entschädigungszahlungen bei Abschaltung
Ist der Investor insolvent, sind nicht nur die erhofften Pachteinnahmen weg, am Ende haftet die Stadt für alle restlichen Folgekosten einschließlich des vollständigen Rückbaus.
Klimawirkung der Windkraftanlagen
Sie glauben, mit Windrädern das Klima zu verbessern. Das ist nach einer Studie der Harvard Universität nicht der Fall: Das „Ausbremsen“ der für das Klima elementar wichtigen Luftzirkulation, die Verwirbelung der Luftströmung und das Austrocknen der Luft hinter dem Windrad erwärmen die Atmosphäre stärker als die Reduktion des Treibhauseffekts durch Einsparung von Emissionen2 3. Die Klimawirkung von Solaranlagen ist um einen Faktor 10 kleiner als von Windfarmen.
Diesen offenen Brief schicken wir Ihnen allen per Einschreiben, damit dokumentiert ist, dass Sie diese Informationen erhalten haben und später nicht behaupten können, Sie hätten davon nichts gewusst. Selbstverständlich stellen wir auch allen Bürgen, die wegen Schadensersatzforderungen gegen die Stadt klagen werden, dieses Dokument zur Verfügung. Die Schäden dieser Verwüstung werden für alle Zeiten mit Ihrem Namen verbunden sein.
Mit freundlichen Grüßen,
BI „Kein Windrad auf dem Felsenberg“, Dr. Joachim Dengler
Fußnoten
1 Deutlich erhöhte Inzidenz von Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen…
2 „Wind farms will cause more environmental impact than previously thought”
